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Landwirtschaft AG

Versuchsfelder: Kartoffelbau



Grombiren, Erdäpfel, Gromperen

All diese Namen kennzeichnen eine Knolle: die Kartoffel. Seit dem 18 Jahrhundert (ungefähr 1740) wird die Kartoffel in Luxemburg angebaut und diente der Ernährung der Bevölkerung. Jedoch haben die Anbauflächen der Kartoffelkultur in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen. Von 13352 ha (1906) blieben für 2007 635 ha übrig, welche sich zu einem Drittel für die Speisekartoffelproduktion und zwei Drittel für die Pflanzgutherstellung aufteilen. Zwecks Förderung des Kartoffelanbaus werden seit 1994 anbautechnische Versuche für die 2 Produktionsrichtungen angelegt. Gleichzeitig dienen diese Parzellen dem Anschauungsunterricht für praktische Schülerarbeiten.

1. Die Pflanzgutherstellung

Die Versuche richten sich nach folgenden Aspekten:
  • Ermittlung der optimalen Bestandsdichte, Anwendung von Verfrühungsverfahren, Optimierung der Stickstoffdüngung, Einfluss der Phosphordüngung auf den Knolleneinsatz sowie Wirksamkeit der verschiedenen Krautminderungsverfahren.
  • Diese Versuche werden in Zusammenarbeit mit Synplants im Ösling angelegt.
Offizielle Feldbesichtigung in Binsfeld 2007


2. Die Speisekartoffelproduktion

Wichtige Aspekte, welche in den letzten Jahren in Versuchen resp. Demonstrationsparzellen im Gutland zurzeit in Savelborn dargestellt wurden, sind folgende:
  • Anschauungsversuche betreffend die Unkrautbekämpfung, den Dammaufbau die Berieslung
  • Mehrjährige Stickstoffdüngungsversuche um die optimale Dosierung, Aufteilung sowie Düngerform zu ermitteln
  • Einfluss der Schwefel-, Mangandüngung auf den Schorfbefall
  • Mehrjährige Versuchsreihe zum Vergleich von Prognosemodelle sowie Spritzfolgen zwecks Optimierung der Krautfäulebekämpfung


Diese Versuche wurden in Abstimmung mit der Landwirtschaftskammer angelegt und dienen als Anschauung, Weiterbildung der Landwirte welche im „Produit de terroir Letzeburger Gromperen“ teilnehmen.

Versuchsfeld Savelborn 2005


Vorteil solcher Versuchsparzellen ist die Vermittlung dort gewonnener Kenntnisse an die Schüler der Ackerbauschule und sie dienen für praktische übungen. Als Beispiel kann man die Besichtigung Anfang Juli 2007 der Viruserkrankungen bei Kartoffelpflanzen in Binsfeld erwähnen.

3. Die luxemburgischen Kartoffelsortenversuche

Seit den fünfziger Jahren ist die Ackerbauschule für die Landessortenversuche im Kartoffelanbau verantwortlich. Diese wurden bis 1990 von Dr. Paul Nicolay und ab 1990 von Prof. Simone Marcy-Nilles geleitet.
Eine kontinuierliche Anpassung der Boniturmerkmale ermöglicht es trotz der geringen Anbauflächen neue Sorten von den Züchtern für den Anbau zur Verfügung gestellt zu bekommen.
(siehe Rapport d’activtés des essais des variétés de pommes de terre 2007)
Eine größere Gewichtung kommt der Speisequalität zu, da in Luxemburg nur Frischware für den Markt hergestellt wird. Eine Studie, welche 2007 durchgeführt wurde und jetzt zur Auswertung ansteht, wird neue Kenntnisse zum Sortiment der Kartoffelsorten sowie zur Herkunft der Frischware liefern. Erste Informationen zeigten eine notwendige Anpassung der Kartoffelsortenliste.
Drei frühe Sorten: Amandine, Belana, Vienna und eine mittelfrühe Sorte Monalisa wurden 2008 auf die luxemburgische Sortenliste eingeschrieben (siehe Kartoffelkatalog 2008, www.asta.etat.lu).
Zu erwähnen bleibt dass diese Sortenversuche einen ersten Kontakt der Schüler mit dieser Kulturpflanze ermöglichen (Ertragsbonitur, äußere Qualität, Kochtest) und das Interesse an dieser Kultur wecken.

 

 

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