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Versuchsfelder: Kartoffelbau
Kartoffelbau
Grombiren, Erdäpfel, Gromperen
All diese Namen kennzeichnen eine Knolle: die Kartoffel. Seit dem 18 Jahrhundert (ungefähr 1740) wird die Kartoffel in Luxemburg angebaut und diente der Ernährung der Bevölkerung. Jedoch haben die Anbauflächen der Kartoffelkultur in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen. Von 13352 ha (1906) blieben für 2010 615 ha übrig, welche sich zu einem Drittel für die Speisekartoffelproduktion und zwei Drittel für die Pflanzgutherstellung aufteilen. Zwecks Förderung des Kartoffelanbaus werden seit 1994 anbautechnische Versuche für die zwei Produktionsrichtungen angelegt. Gleichzeitig dienen diese Parzellen dem Anschauungsunterricht für praktische Schülerarbeiten.
1. Die Pflanzgutherstellung
Die anbautechnische Versuche werden in Zusammenarbeit mit Synplants im Ösling angelegt.
Zur Zeit steht der Aspekt der Optimierung der Stickstoffdüngung im Vordergrund und soll dank eines langjährigen Versuches das Rechnungsmodelle für die Stickstoffdüngung von Synplants praxisnah gestalten.
Versuchsparzelle Binsfeld 2008
2. Die Speisekartoffelproduktion
Wichtige Aspekte, welche in den letzten Jahren in Versuchen resp. Demonstrationsparzellen im Gutland in Bettendorf dargestellt wurden, sind folgende:
- Anschauungsversuche betreffend die Unkrautbekämpfung zwecks Ermittlung einer Wasserschutzvariante
Verunkrautung Savelborn 2011
- Anpassung der chemischen Krautminderungsverfahren in punkto Mittelwahl und Dosierung
- Einfluss der Kaliumdüngung (Menge , Düngerform) auf die innere Qualität der Speisekartoffeln
- Mehrjährige Versuchsreihe zum Vergleich von Prognosemodelle sowie Spritzfolgen zwecks Optimierung der Krautfäulebekämpfung
Stängelbefall, Bettendorf 2010
Diese Versuche wurden in Abstimmung mit der Landwirtschaftskammer angelegt und dienen als Anschauung, Weiterbildung der Landwirte welche im „Produit de terroir Letzeburger Gromperen“ teilnehmen.
Vorteil solcher Versuchsparzellen ist die Vermittlung dort gewonnener Kenntnisse an die Schüler der Ackerbauschule. Sie dienen für praktische Übungen während der Kultur. Begriffe wie äußere und innere Qualität der Speisekartoffeln, Kochtest... werden nach der Knollenernte mit den Schülern anhand von Material aus den Versuchsfeldern.
3. Die luxemburgischen Kartoffelsortenversuche
Seit den fünfziger Jahren ist die Ackerbauschule für die Landessortenversuche im Kartoffelanbau verantwortlich. Diese wurden bis 1990 von Dr. Paul Nicolay und ab 1990 von Prof. Simone Marcy-Nilles geleitet.
Eine kontinuierliche Anpassung der Boniturmerkmale ermöglicht es trotz der geringen Anbauflächen neue Sorten von den ausländischen Züchtern (hauptsächlich Deutschland und Holland) für den Anbau zur Verfügung gestellt zu bekommen.
(siehe Rapport d’activtés des essais des variétés de pommes de terre 2010)
Eine größere Gewichtung kommt der Speisequalität zu, da in Luxemburg nur Frischware für den Markt hergestellt wird. Besonders deutsche Speisesorten sind durch ihre Form, Fleischfarbe und Speisequalität gut geeignet für diese Verwendungsrichtung.
Präsentation der nationalen Sortenversuche Bettendorf 2009
2011 wurden die Sorten: Anabelle und Allians auf die luxemburgische Sortenliste eingeschrieben:
Anabelle: holländische Züchtung, welche sich durch ihren sehr frühen Reifetyp, schöne langovale Form und ihre gute Speisequalität auszeichnet
Allians: deutsche Züchtung, mittelfrüh, sehr gutes Ertragspotential, gute Speisequalität, formschön, waschbar, nicht empfindlich auf Eisenfleckigkeit/Yntn.
(siehe Kartoffelkatalog 2011, www.asta.etat.lu).
Zu erwähnen bleibt dass diese Sortenversuche einen ersten Kontakt der Schüler mit dieser Kulturpflanze ermöglichen (Ertragsbonitur, äußere Qualität, Kochtest) und das Interesse an dieser Kultur wecken.
Besichtigung der Versuchsparzellen in Bettendorf 2011
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