DIE AUSBILDUNG AM LTA WIRD ERGäNZT DURCH DIE BETEILIGUNG AN PROJEKTEN. IM FOLGENDEN WIRD EINE AUSWAHL BESCHRIEBEN
Comenius Projekt Luxemburg- Bulgarien im Frühjahr 2004
ES GIBT KEINE SPRACHBARRIEREN FUR ÖKOLOGIE
Im Frühjahr 2004 fand im Rahmen eines Comenius Projektes ein Schüleraustausch zwischen der 12. Technikerklasse der Umweltsektion des LTA und Schülern der Fachschule für chemische Technologien “Ing. Nikola Kanev“ in Sliven (Bulgarien) statt. Comenius Projekte unterstützen europäische bzw. internationale Kooperationsaktivitäten zwischen Ausbildungseinrichtungen.
Das Projekt hatte die Aufgabe, 24 Schüler aus Luxemburg und Bulgarien, trotz Sprachbarrieren und unterschiedlicher Kulturen, für gemeinsame ökologische Probleme zu sensibilisieren. Im Rahmen dieses Projektes sollten die Teilnehmer die seltenen Sprachen dieser beiden Länder kennenlernen.
Ein weiteres Ziel dieser Partnerschaft war es, beide Seiten mit der jeweiligen Kultur sowie den Sitten und Gebräuchen vertraut zu machen.
Durch die verschiedenen Exkursionen und Projekte haben die Schüler praktische Erfahrungen in den verschiedenen ökologischen Bereichen gesammelt und Informationen ausgetauscht. Besonderer Wert wurde dabei auf die einheimische Flora und Fauna, auf die geologischen und geographischen Besonderheiten sowie auf den täglichen Sprachunterricht gelegt. Die Ergebnisse wurden in Photosammlungen, Herbarien und in einem gemeinsamen fachspezifischen Wörterbuch festgehalten. Dieses Wörterbuch gibt einen Überblick wichtiger ökologischer Begriffe in bulgarischer, luxemburgischer, deutscher, englischer und französischer Sprache.
Die Realisierung des Projektes hat den Schülern und Lehrern einen Anreiz zum Erlernen der beiden Sprachen gegeben. Durch den Informationsaustausch haben die Schüler ihre Kenntnisse in den Gebieten Geologie, Botanik, Zoologie, ökologie sowie in den Bereichen der Kultur und Literatur der beiden Länder erweitert. Außerdem haben sie sich mit den aktuellen ökologischen Problemen auseinandergesetzt und gemeinsam Lösungsvorschläge ausgearbeitet.
Die erarbeiteten Dokumente wurden in verschiedenen Fachzeitschriften veröffentlicht und stehen auch anderen Schülern zur Verfügung.
Luxemburgische und bulgarische Schüler beim Bestimmen einer Waldgesellschaft
Teilnahme an 7 Europameisterschaften
Seit 2002 treffen sich jedes Jahr die Schüler verschiedener forst- und landwirtschaftlicher Schulen in einem anderen europäischen Land um an dem „European Championship of forestry skills „ teilzunehmen.
Während dieses Wettkampfes wird das Team, welches aus vier Schülern besteht, in verschiedene Disziplinen geprüft.
In einem ersten technischen Teil, wird in den Disziplinen Kettenwechsel, Zielfällung, Entasten, Kombinations- und Präzisionsschnitt, die Präzision, Geschicklichkeit und Schnelligkeit im Umgang mit der Motorsäge gemessen und bewertet.
In einem zweiten Teil, dem Forstparcours, müssen die Schüler verschiedene Aufgaben im Gebiet der Waldmesslehre, der Tier- und Pflanzenkunde bewältigen.
Der Sieger wird anhand der ereichten Höchstpunktzahl in beiden Teilbereichen ermittelt.
Das Team der Ackerbauschule Ettelbruck nimmt seit 2002 an dieser Europameisterschaft teil und konnte bis jetzt schon einige Medaillen mit nach Hause bringen. Erwähnenswert ist hier ein zweiter Platz im Forstparcours 2002 in Österreich, zwei Bronzemedaillen von André Kreins im Kettenwechsel und im Präzisionsschnitt 2006 in Österreich.
2008 in Norwegen war für die Ackerbauschule hinsichtlich dieser Europameisterschaften das erfolgreichste Jahr.
Mike van Rijen erreichte in der Zielfällung einen dritten Platz, während Sarah Kandel
in der Gesamtwertung bei den Mädchen den zweiten Platz belegen konnte. Darüber hinaus wurde dem luxemburgischen Team den sehr begehrten Fairplay Preis 2008 verliehen.
Auch nächstes Jahr wird ein Team aus der Ackerbauschule nach Deutschland fahren, um an der achten Europameisterschaft für Waldarbeitsschüler Luxemburg würdig zu vertreten.
Im Jahr 2010 wird die Europameisterschaft vom 25.05-29.05 in Ettelbruck stattfinden.
Schüler unterrichten Schüler
Fächerübergreifendes Projekt der Landwirtschaftssektion sowie der Wald- und Umweltsektion des Lycée Technique Agricole im Dezember 2007
Nach langen Wochen und Monaten der Vorbereitung war es im Dezember 2007 soweit. Die 12te Technikerklasse (T2EN) der Wald- und Umweltsektion des Lycée Technique Agricole (LTA) stellte die Ergebnisse ihres fächerübergreifenden Projektes vor: ein Unterrichtstag zum Thema „Brennholzaufarbeitung“.
Nach dem Motto „Schüler unterrichten Schüler“ hatte sich die Klasse von Oktober bis Anfang Dezember auf diesen Tag vorbereitet und das Thema in all seinen Facetten, sowohl theoretisch wie auch praktisch, in Gruppenarbeit aufbereitet.
Die Idee dieses fächerübergreifenden Projektes ging von der Lehrerin Danielle Mayer aus. Die Schüler arbeiteten während des praktischen Unterrichts (TP) in Eigenregie, während die beiden Lehrer Danielle Mayer und Guido Faas nur noch als Berater fungierten. Die Ziele waren klar: praxisorientierter, fächerübergreifender Unterricht für die Schüler der Landwirtschaftssektion des LTA. In Eigenregie wurden Unterrichtsunterlagen erstellt, der praktische Unterricht vorbereitet und auch alle organisatorischen Aufgaben übernommen.
Es versteht sich von selbst, dass Schüler bei einem solchen Projekt nicht nur fachliches Wissen erwerben, das sie später an andere Schüler weitergeben, sondern auch überfachliche Kompetenzen wie z.B. Selbstständigkeit, Team- und Kommunikationsfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein sowie Organisationsfähigkeit gefördert werden. Die Motivation der Schüler bei einem solchen Projekt ist weitaus höher als im normalen Unterricht.
Der erste Unterrichtstag begann für die „Unterrichter“-Klasse T2EN der Forst- und Umweltsektion sowie die „Schüler“-Klassen T3AG und X2AG der Landwirtschaftssektion in der Laduno in Erpeldingen, wo zunächst die nötigen theoretischen Kenntnisse vermittelt wurden. Auch eine Einweisung in die Sicherheitsbestimmungen wurde hier gegeben. Besonders die spektakuläre Demonstration der Auswirkungen eines fallenden Astes auf einen ungeschützten Kopf (dargestellt durch eine Melone) wird den Schülern sicherlich in Erinnerung bleiben.
In dem anschließenden praktischen Unterricht, der in einer Lohhecke bei Heiderscheid stattfand, wurden den Schülern der Landwirtschaftssektion sowohl Grundlagen der Forstwirtschaft als auch die Praxis der Brennholzaufarbeitung vermittelt. Im Vordergrund stand dabei das sichere Fällen von Bäumen sowie das ergonomische Spalten von Brennholz. Die Schüler der T2EN stellten sich als gute „Lehrer“ und die Schüler der T3AG und X2AG als gute „Umwelt-Schüler“ heraus!
Brennholz ist ein nachwachsender, CO2-neutraler Energieträger, der in letzter Zeit mit steigenden Heizölkosten immer mehr an Bedeutung gewinnt. Viele Landwirte besitzen kleinere Waldparzellen, oft Lohhecken. Dies waren für die T2EN zwei gute Gründe, ihren Mitschülern der landwirtschaftlichen Sektion die entsprechenden Fertigkeiten zu vermitteln.
Eine Woche später fand der Projekttag der beiden Landwirtschafts-Klassen T3AG und X2AG unter der Leitung der Lehrer Claude Felten und Guy Reiland statt. Sie stellten den Schülern der T2EN die Arbeiten eines Landwirtes, je einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Milchproduktion und Muttertierhaltung, sowie die Versuchsfelder der Schule in Everlingen vor.
Am dritten und letzten gemeinsamen Projekttag der drei Klassen wurde der vermittelte Unterrichtsstoff „überprüft“. Hierzu hatten die Schüler selbstständig für die jeweils andere Sektion eine „Prüfung“ ausgearbeitet, die sie auch selbst korrigierten. In der abschließenden Feedback-Runde haben die Schüler das Projekt als äußerst positiv bewertet. So konnten zum Beispiel auch Vorurteile zwischen den beiden Sektionen überwunden werden.
Da dieses interdisziplinäre Projekt ein voller Erfolg war, überlegen die Lehrer, dieses im kommenden Schuljahr mit Klassen aller Sektionen zu wiederholen.
Joël Adami
Klassensprecher der T2EN
Erste Schnittübungen
Perfekte Spalttechnik
Einweisung in die Viehzucht in Useldingen
STUDIENREISEN NACH CROGNY
Seit 2002 pflegt das Lycée Technique Agricole einen engen Kontakt mit dem Lycée Forestier de Crogny in der Campagne – Ardennes, 30 km südlich von Troyes.
Die Schule liegt in einem Waldmassiv von 20.000 ha und besitzt 135 ha eigene Waldflächen, in denen ein Großteil des praktischen Unterrichts durchgeführt wird. In dem über hundertjährigen Arboretum der Schule kann man 150 Pflanzenarten aus allen Kontinenten bewundern.
Schüler aus ganz Frankreich besuchen das Lycée Forestier, um ihre forstliche Ausbildung zu absolvieren, das Internat kann bis zu 120 Schüler beherbergen.
Im Rahmen dieser Partnerschaft ergaben sich in den letzten Jahren mehrere einwöchige Aufenthalte von Klassen der Umweltsektion des LTA sowie eine enge Zusammenarbeit der Lehrer auf europäischer Ebene.
Die luxemburgischen Schüler nahmen während ihren Aufenthalten zusammen mit ihren französischen Kollegen an der praktischen Ausbildung teil und besichtigten zahlreiche Wälder in der Region, holzverarbeitende Betriebe, Baumschulen und Museen. Krönender Abschluss war jeweils der Besuch einer Champagner-Kellerei mit einer „Dégustation“.
Diese Studienreisen förderten den Austausch zwischen den französischen und luxemburgischen Jugendlichen und trugen dazu bei, die Französischkenntnisse der Schüler zu verbessern. Außerdem konnten sie einen Einblick in die französische Forstwirtschaft und Kultur erlangen. Die Besichtigung moderner holzverarbeitender Betriebe ist Bestandteil des Lehrplanes der Schüler der Umweltsektion des LTA.
Gegenseitiges Vorstellen im Klassenraum
Präsentation der luxemburger Schüler
Gemeinsame Travaux Pratiques im Schulwald Crogny
Besichtigung eines Kohlemeilers
Geologie-Exkursionen
Ab der 11ten Klasse nehmen die Technikerklassen der Umweltausbildung jedes Jahr an einer Exkursion teil, bei der sie die Geologie und die Vegetation einer anderen Region unseres Landes kennen lernen. An diesen Exkursionen sind jeweils auch ein Geologe und ein Ökologe des Centre d’Ecologie et de la Jeunesse aus Hollenfels beteiligt, die die Schüler auf Besonderheiten der jeweiligen Region aufmerksam machen.
Neben dem Quellengebiet des Luxemburger Sandsteins im Mamertal haben die Schüler der T1EN die Möglichkeit, das Gestein und die besondere Vegetation der Tagebaugebiete des Minettebeckens genauer zu untersuchen. Hier kann man eine Sukzession von Pioniervegetation über Trockenrasen bis hin zu Buchenwäldern erkennen.
Für die T2EN steht das Ösling auf dem Programm. Durch den Heiderscheidergrund führt die Exkursion durch das Hochösling über Derenbach und Wiltz bis ins Ourtal. Unterwegs werden die unterschiedlichen Waldgesellschaften wie z.B. einen Schluchtwald aber auch die geologische Besonderheit untersucht und erklärt.
Auf der T3EN führt die Exkursion dann durch das Müllerthal nach Manternach und anschließend an die Mosel. Hierbei werden solch unterschiedliche Pflanzengesellschaften wie ein Kiefernbestand, der als Eiszeitrelikten entstanden ist sowie einen Ahorn-Schluchtwald und ein Buchsbaum-Zerr-Eichen-Wald besichtigt.
Diese Exkursionen erlauben es, den Schülern, die unterschiedlichen Regionen unseres Landes mit ihren geologischen und floristischen Besonderheiten kennen zu lernen.