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Das Interreg IVB-Projekt „Dairyman“
„Steigerung des regionalen Wohlstands durch eine bessere Ausnutzung der natürlichen Ressourcen in Milchviehbetrieben und durch die Kooperation mit Interessenvertretern“
Das Interreg IVB-Projekt „Dairyman“
„Steigerung des regionalen Wohlstands durch eine bessere Ausnutzung der natürlichen Ressourcen in Milchviehbetrieben und durch die Kooperation mit Interessenvertretern“
Seit Mitte Dezember 2009 nimmt die Ackerbauschule aus Ettelbruck (Lycée technique agricole, LTA), gemeinsam mit 13 weiteren landwirtschaftlichen Organisationen bzw. Institutionen aus Nord-West Europa (NWE), an einem internationalen Projekt zur Verbesserung der Nachhaltigkeit der Milchproduktion teil.
Es handelt sich hierbei um ein Interreg-Projekt, welches vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (FEDER) für die Zusammenarbeit zwischen den Regionen gefördert wird. Durch transnationale und interregionale Kooperationen zwischen den Regionen sollen gemeinsame Herausforderungen bewältigt werden. Mittlerweile läuft die vierte Staffel dieser Programme (Interreg IVB), deren Projektzeitraum zwischen 2007 und 2013 festgelegt ist.
Interreg-Projekte tragen dazu bei, den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt in der Europäischen Union durch die Förderung grenzübergreifender, transnationaler und interregionaler Zusammenarbeit zu stärken.
Die Partner
Im Projekt „Dairyman“ sind 14 Organisationen bzw. Institutionen aus folgenden Regionen Nord-West-Europas vertreten: Irland, Großbritannien, Niederlande, Belgien, Luxemburg, der westliche Teil von Deutschland und der nördliche Teil von Frankreich. Die Leitung des Projektes wird durch die niederländische Universität Wageningen gewährleistet.
Die Vielzahl an Regionen, und folglich die verschiedenen klimatischen, pedologischen und politischen Rahmenbedingungen bringen eine sehr große Variabilität der Milchhaltungssysteme mit sich. Diese Vielfältigkeit erlaubt es eine große Menge an wissenschaftlichen und praktischen Erkenntnissen zu gewinnen und auszutauschen.
Partner |
Land/Region |
Wageningen University, Departement of Plant sciences |
Niederlande |
Wageningen UR, Plant Research International |
Niederlande |
Wageningen UR Livestock Research |
Niederlande |
Teagasc |
Irland |
Agri-Food and Bioscience Institute (AFBI) |
Nordirland |
Institut de l'Elevage |
Frankreich |
Chambre d’Agriculture Bretagne |
Frankreich |
Chambre d’Agriculture Pays de la Loire |
Frankreich |
Chambre d’Agriculture Nord Pas-De-Calais |
Frankreich |
Institute for Agricultural and Fisheries Research (ILVO) |
Belgien/ Flandern |
Hooibeekhoeve (Province of Antwerp) |
Belgien/ Flandern |
Centre Wallon de Recherches Agronomiques |
Belgien/Wallonien |
Landwirtschaftliches Zentrum Baden-Württemberg |
Deutschland |
Lycée Technique Agricole |
Luxemburg |
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Partner und Regionen, die am DAIRYMAN Projekt teilnehmen.
Problematik des Milchsektors
Klima- und Bodenbedingungen der NWE Regionen sind für die Milchproduktion sehr günstig. Des Weiteren profitiert der Milchsektor in dieser dicht besiedelten Region von einem ausgedehnten Markt für Milchprodukte. Um allerdings in Zukunft bestehen zu bleiben, müssen die Betriebe sich neuen Herausforderungen stellen. In einem weniger politisch gestützten Milchmarkt müssen die Betriebe wettbewerbsfähig bleiben und sich gleichzeitig den neuen politischen Rahmenbedingungen der Nachhaltigkeit anpassen. Schon jetzt ist klar, dass in der Agrarpolitik nach 2013 die finanziellen Förderungen für Nachhaltigkeit auf Kosten der Direktzahlungen an Bedeutung gewinnen werden.
Zurzeit ist die ökologische Nachhaltigkeit vieler Milchviehbetriebe jedoch eher gering: Nährstoffverluste in Wasser und Luft in Folge von nicht optimaler Ausnutzung von Düngern und Futtermitteln sind zu hoch. Darüber hinaus ist der Verbrauch an Energie in direkter Form für Treibstoff und Elektrizität und indirekt als Düngemittel und Kraftfutter beträchtlich. Die Nährstoffverluste, sowie der hohe Energiekonsum kosten den Landwirt viel Geld. Des Weiteren entstehen durch diese Produktionstechnik Treibhausgase wie Kohlendioxid, Stickoxid und Methan. Diese Problematik macht einen schonenderen Umgang mit den beschränkten Ressourcen notwendig.
Ziel des Dairyman Projektes
Im Programm Interreg-Northwest Europe IVb ist eine der vier Prioritäten klar auf die nachhaltige Nutzung nationaler Ressourcen ausgerichtet, auf die Verbesserung der Qualität von Wasser, Luft und Boden, sowie die Reduktion des Ausstoßes an Treibhausgasen, den schonenden Umgang mit Energie und anderen knappen Ressourcen und den Schutz der Landschaft. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Verbreitung der Wissensbasis. Das Dairyman-Projekt wird sich genau mit diesen beiden Schwerpunkten beschäftigen.
Es sollen Wege aufgezeigt werden, wie man Milchviehhaltungssysteme kosteneffizient an die ökologischen und sozialen Anforderungen von Morgen anpassen kann. Das Projekt soll zur Stärkung eines wettbewerbsfähigen Milchsektors beitragen, zur Stärkung der regionalen Wirtschaftskraft sowie zur Verbesserung ökologischer Leistungen im ländlichen Raum. Der Name DAIRYMAN kommt von ‚Dairy Management’, was soviel heißt wie Management von Milchviehbetrieben.
Wie soll das Ziel erreicht werden?
Ein wichtiges Instrument zum Erreichen der Ziele ist die oben genannte Kooperation und der Wissensaustausch zwischen Regionen und Ländern. Erfolgreiche Konzepte einzelner Regionen sollen verbessert und auf andere Regionen übertragen werden. Es sollen ebenfalls neue Wege der Bewirtschaftung und Innovationen aufgezeigt und ausgetauscht werden. Diese Kooperation soll mit Hilfe eines Netzwerks von Pilotbetrieben und Wissens-Transfer-Zentren stattfinden.
DAIRYMAN baut in Nord-West-Europa ein Netzwerk von 120 landwirtschaftlichen Pilot-Betrieben auf. In diesem Netzwerk werden einheitlich vergleichbare Methoden verwendet um die Nachhaltigkeit der Betriebe zu berechnen und zu vergleichen. Diese Betriebe werden während der Projektdauer begleitet und es wird versucht die vorhandenen Produktionsressourcen zu optimieren. Es soll ebenfalls gezeigt werden wie landwirtschaftliche Betriebe mit den gestiegenen Anforderungen der EU-Rechtsvorgaben erfolgreich fertig werden können. Durch den Austausch der beteiligten Betriebsleiter, Berater, Auszubildenden, Fachschüler und Studenten vermittelt dieses Pilotbetriebsnetz Wissen auf breiter Basis und ermöglicht Erfahrungen in direktem Kontakt auszutauschen.
DAIRYMAN kann jetzt schon auf international renommierte Wissenstransferzentren (z.B. De Marke in den Niederlanden, Trévarez in der Bretagne) zurückgreifen. Diese Zentren werden zu einem Netzwerk ausgebaut und virtuell verknüpft. Sie erlauben eine zügigere und aktuelle Wissensvermittlung an den praktischen Landwirt und die Unterstützung beim Lösen von Problemen. Spezifische Trainingsprogramme für Bauern und Berater sollen die professionelle Ausbildung optimieren. Der Austausch von Auszubildenden und Studenten wird das Wissen der künftigen Betriebsleiter verbessern. Dieses Netzwerk von Wissenstransferzentren soll über die Projektdauer hinaus bestehen bleiben.

DAIRYMAN Team während dem ersten Meeting in den Niederlanden
DAIRYMAN, die Ackerbauschule und die luxemburgische Landwirtschaft
Als Ausbildungsort für Landwirte ist die Ackerbauschule ein hervorragender Partner im DAIRYMAN Projekt. Durch den täglichen Kontakt mit Schülern können die Erkenntnisse über die nachhaltige Milchproduktion direkt an die zukünftigen Betriebsleiter übermittelt werden. Die Ackerbauschule wird an das Netz der Wissenstransferzentren angegliedert und kann so über die Projektdauer hinaus über neue Resultate aus der Forschung und Praxis profitieren. Ebenso sollen verschiedene Ackerbauschüler an den vorgesehenen Austauschpraktika im Ausland teilnehmen.
Im LTA arbeitet im Dairyman-Projekt die Grünlandgruppe mit, welche in den letzen Jahren im FILL-Weideprojekt aktiv war und die nationalen, sowie internationalen Grünlandtage mit organisiert hat. Diese Gruppe setzt sich zusammen aus Agraringenieuren und Fachlehrern.
Luxemburg wird mit ca. 6 Pilotbetrieben zum Aufbau des Pilotbetriebsnetzes beitragen. Mit diesen Betrieben sollen verschiedene Aspekte der Nachhaltigkeit konkret auf den luxemburgischen Höfen optimiert werden und die gewonnenen Erkenntnisse dann an die anderen milchproduzierenden Landwirte weiter vermittelt werden. Während der Projektdauer werden Tagungen, Exkursionen und Workshops organisiert, um die Wissensvermittlung optimal zu ermöglichen. Des Weiteren werden neue Erkenntnisse über die nachhaltige Milchproduktion z.B. über die landwirtschaftliche Presse oder über die Präsenz auf Ausstellungen weiter gegeben.
In den nächsten Wochen wird in der landwirtschaftlichen Presse ein Aufruf an alle interessierten Milchviehbetriebe erfolgen, als luxemburgischer Pilotbetrieb am Dairyman-Projekt teilzunehmen.
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