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Projekte: Europäische Projekte

Europäische Projekte

Genau wie das Land Luxemburg ist auch die Ackerbauschule allen Europäischen Projekten seit jeh offen gesinnt.

Den Beginn dürfte aber zweifelsohne die Teilnahme an dem „Carrefour de l’Enseignement Agricole“ darstellen. Die Initiative ging aus von Jean-Luc Ravat, Lehrer in der Landwirtschaftsschule von Troyes (Champagne) und später Direktor der Landwirtschaftsschule in Vire (Normandie). Ihm gelang es 1988 sieben Landwirtschaftsschulen aus sechs Ländern mit 160 Schülern und 20 Lehrern in Vire zu versammeln. Was an sich als einmaliges Treffen gedacht war, entwickelte sich zu einer festen Tradition, die bis heute ununterbrochen fortgesetzt wird. Das LTA hat dieses Meeting in den Jahren 1993, 1998 und 2005 (mit Teilnahme am Landjugendtag) organisiert. Neben agrarpolitischen Vorträgen und Diskussionen stehen technische, fachliche und kulturelle Besichtigungen auf dem Programm.



Marc Zigrand und Fernand Leesch im Gespräch
mit ihrem bayrischen Kollegen Bernhard Urban,
Carrefour in Luxemburg, 2005


Im Jahre 1989 feierte Frankreich den „Bicentenaire“, das 200jährige Bestehen der Republik. Ein Bestandteil dieser Festlichkeiten war die „Grande Moisson“, bei welcher die Champs Elysées in Paris nachts mit vorher angebautem Getreide bepflanzt wurden, das tags darauf mit großem Pomp sowohl nach ältesten Methoden als auch mit modernsten Maschinen geerntet wurde. Auch eine Luxemburger Delegation hatte die Ehre daran teilzunehmen. Der große Publikumserfolg dieser Veranstaltung bewog das französische Landwirtschaftsministerium, das auch für die landwirtschaftliche Ausbildung zuständig ist, an diese Idee anzuknüpfen und etwas ähnlich spektakuläres im Bereich des landwirtschaftlichen Unterrichtes auf die Beine zu stellen. Der Gedanke wurde geboren, in Straßburg Landwirtschaftsschüler aus allen EU-Ländern zu versammeln. Der bereits bestehende Freundeskreis des „Carrefour“ war federführend bei der Vorbereitung und Organisation dieses einmaligen Treffens. Alle teilnehmenden Schulen aus Europa sollten an einem Staffellauf teilnehmen, der in Luxemburg am 17. Oktober 1991 feierlich gestartet wurde. Ziel des Staffellaufs war Erstein bei Straßburg im Mai 1992. 2000 Landwirtschaftsschüler arbeiteten hier während einer Woche in den 3 Sparten landwirtschaftliche Ausbildung, Kultur und Sport. Da das französische Ministerium hocherfreut über das Gelingen dieser Manifestation war, beschloss es, diese Initiative mit dem Akzent auf „landwirtschaftliche Ausbildung“ weiterzuführen. Ziel sollten nicht mehr große Begegnungen mit tausenden von Schülern sein, sondern die verstärkte Zusammenarbeit zwischen den landwirtschaftlichen Schulen aus allen Ländern.
EUROPEA hervor. Am 14. und 15. Januar 1993 wurden die Statuten von EUROPEA (l’Europe de l’Enseignement Agricole) im LTA unter Beteiligung von Vertretern aus Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Deutschland, Großbritannien, Dänemark und Luxemburg ausgearbeitet und unterschrieben. Kurze Zeit später traten auch Italien, Spanien und Portugal bei. Diese Statuten sind seit dem 20.1.1994 im „Moniteur Belge“ veröffentlicht. Fernand Leesch vom LTA wurde in den Vorstand gewählt und führte das Schatzmeisteramt bis 2005. Zur Zeit sind alle EU-Länder außer Irland (leider wieder ausgetreten), Zypern zuzüglich Norwegen Mitglied. Die offiziellen Vertreter dieser Länder (z.Z. Nicolas Negretti und Georges Krack für Luxemburg) treffen sich 2 mal jährlich und zwar jeweils in dem Land, das gerade die EU-Präsidentschaft innehat. Hier werden berufliche Herausforderungen, zu adaptierende Schulprogramme, Lehrer- und Schüleraustausch (Bildungsreisen und Praktika) diskutiert und organisiert. Es werden Fachgruppen gebildet, die spezifische Probleme in der landwirtschaftlichen Ausbildung umgrenzen und Lösungsvorschläge erarbeiten (als Beispiel sollen die später beschriebenen Projekte ALIE und FANCAM dienen). Die Webmaster des LTA, Xavier Nicolay und Jean-Pierre Lesure, schufen eine internationale Homepage (www.europea.org) mit einer Datensammlung von allen teilnehmenden Schulen und verantwortlichen Lehrern.

Die „Pionniers du Savoir Vert“ waren die Vertreter der Landwirtschaftsschüler bei EUROPEA. Sie nahmen an allen EUROPEA-Tagungen teil, ebenso an speziellen Meetings wie z.B. in Mircourt/Frankreich (1993), Thessaloniki/Griechenland (1994), Locorotondo/Italien (1995), Remedello/Italien (1996), Paris/Frankreich (1991, 1992, 1993, 1997) oder Melle/Frankreich (2003). Christiane Vaessen, Patrice Gremling, Marc Nicolay, Fons Logtenberg, Carlo Ernst und Alex Theisen haben Luxemburg und das LTA hierbei würdig vertreten. Zum 25ten Jahrestag vom „Mai 1992 in Erstein“ trafen sich im Jahr 2007 über 500 Schüler aus den europäischen Ländern in Frankreich. An diesem Treffen nahm eine Klasse aus der Forstsektion des LTA teil.

Da EUROPEA keine größeren finanziellen Eigenmittel hat, ist es bei der Durchführung seiner Ideen auf die bestehenden offiziellen EU-Projekte wie PETRA, ARION, COMENIUS und LEONARDO angewiesen.

So haben die ersten Praktikanten aus Luxemburg ein Stipendium von PETRA bekommen, falls sie ein Praktikum von mehr als 6 respektive mehr als 12 Wochen in einem EU-Land absolviert haben. PETRA hat aber auch das mehrjährige Seminar „Modularer Unterricht“ finanziert, bei dem Martine Hansen, Fernand Leesch und Jean Weber den LTA vertreten haben.

Ziel von ARION ist, den Teilnehmern das Schulsystem eines ausgewählten Landes zu erklären, damit sie dieses an Ort und Stelle erleben können. Hieran haben teilgenommen: Georges Krack (Limousin), Norbert Feltgen (Niederlande) und Fernand Leesch (Genua, Italien).

Nachdem eine gemeinsame Idee und teilnehmende Partner gefunden sind, fördert COMENIUS die Zusammenarbeit zwischen europäischen Schulen. Mehrmals hat das LTA an solchen Projekten teilgenommen, wie z.B:

  • „Alternativen in der Landwirtschaft“; Österreich, 1999, (Martine Hansen, Jos Bormann, Roger Braun)
  • „Le projet personnel, scolaire et professionnel de l’élève » ; Quimper, Bretagne, 2000, (Georges Krack)
  • „ Ökologie kennt keine Grenzen“; Bulgarien, 2004, (Simone Dauphin, Guido Faas)
  • „ Convention de Mobilité Européenne“; Rouffach, Frankreich und Berlin, 2005-2008, (Thomas Völkening, Jos Bormann, Tom Delles)


Komplexere Projekte werden hingegen von LEONARDO mitfinanziert.

Als erstes muss hier die Finanzierung der Praktika seit dem Jahr 2000 gelten. Immerhin beträgt dieser Zuschuss etwa 1000 € pro Praktikant und deckt einen Großteil der anfallenden Reise-, Verpflegungs- und Unterkunftskosten ab. Nur durch diese finanzielle Hilfe aus Brüssel ist es möglich, jährlich etwa 45 bis 65 Praktikanten ins europäische Ausland zu schicken.

ALIE (Authentic Learning in Land-based Education) versucht neue Lehr- und Lernmethoden in den landwirtschaftlichen Unterricht einfließen zu lassen. Diese Methode, die sich hauptsächlich, wenn nicht gar ausschließlich an dem Motto „Learning by doing“ orientiert, ist bereits an zahlreichen niederländischen Schulen eingeführt und soll demnächst per Ministerialbeschluss an allen niederländischen Schulen Standard werden. Es ist somit nicht verwunderlich, dass die niederländischen EUROPEA-Vertreter versucht haben, ihren europäischen Kollegen diese Methode zu erklären und beizubringen. Die Ideen wurden in zahlreichen Workshops und Projekten kritisch analysiert und den nationalen Gegebenheiten angepasst. Im Auftrag des LTA haben Simone Dauphin und Guido Faas von 2003 bis 2007 an diesen Studien teilgenommen.

Die gleichen Lehrer vertraten Luxemburg auch 2003-2004 bei FANCAM (Formations agronomiques et nouvelles compétences pour une agriculture multifonctionnelle). Unter belgischer Federführung wurde hierbei versucht, die landwirtschaftliche Aus- und Weiterbildung den sich veränderten Anforderungen anzupassen, indem Lehrpläne für neue Berufssparten (z.B.: Bewässerungstechniker, Süßwasserfischwirt, Waldbeweidung, Golfplatzwart, Kleintierpfleger, …) erarbeitet werden.

Unter LEONARDO werden aber auch Tagesseminare organisiert wie z.B „European Vocational Training“ im Herbst 2007 in Prag, an dem Georges Krack teilnahm.

Eike Jablonski und Herbert Klingbeil vertreten das LTA bei „DIE EUROPÄER“ die sich um Praktikantenvermittlung für Gartenbauschüler bekümmern und Horst Goenen und Thomas Völkening bei der „Vereinigung der Europäischen Gartenbaulehrer“.


Georges Krack

 

 

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