LTA-BIO 

Die Ausbildung am LTA ist sehr breit aufgestellt und umfasst sämtliche naturwissenschaftlichen Berufe. Die Aspekte der biologischen Landwirtschaft sind vor allem in den Fachbereichen Landwirtschaft und Gartenbau von Bedeutung. 

Durch die in Module gegliederte Ausbildung besteht die Möglichkeit, gezielt Aspekte der biologischen Landwirtschaft in die diesbezüglichen Programme zu integrieren. Hier steht eine ausgewogene Vermittlung von integrierten und biologischen Methoden im Vordergrund.  

 

  • landwirtschaftlichen Arbeiter, Landwirt und Agrartechniker 

Der moderne Landwirt*in ist nicht nur Pflanzen- und Tierproduzent*in, er/sie ist auch Betriebsmanager*in und hat Aspekte der Nachhaltigkeit sowie des Natur- und Umweltschutzes zu berücksichtigen. Dies wird in den verschiedenen Fachmodulen der Berufsausbildung, sowohl zum landwirtschaftlichen Arbeiter*in, zum Landwirt*in (DAP) als auch zum Agrartechniker*in (DT), vertieft. Die Schüler der DT-Ausbildung werden außerdem im letzten Ausbildungsjahr das obligatorische Modul BIOLA (Umstellung auf biologischen Anbau) belegen. 

Wichtig in der Berufsausbildung ist auch die enge Verbindung zur landwirtschaftlichen Praxis: sei es im Kontext der Bettendorfer Versuchsfelder, auf Pilotbetrieben oder im Rahmen landwirtschaftlicher On-Farm-Projekte. Hier wird den Schüler*innen anhand von Praxiserfahrungen gezeigt, wie innovative (Bio-) Landwirtschaft funktioniert und damit Perspektiven für Neues aufgezeigt. 

 

  • Gemüsegärtner 

Der Gemüsebetrieb des LTA ist seit 2012 biozertifiziert (EU-Bio). Das bedeutet, dass wir in den Gewächshäusern und auf den Freilandflächen des Gemüsebaus nach den Richtlinien des Bioanbaus wirtschaften. 

Im theoretischen Unterricht werden den Schüler*innen verschiedene Anbauformen beigebracht. Im Rahmen der praktischen Arbeiten werden die Schüler*innen dann mit den Anforderungen des Bioanbaus vertraut gemacht. Dadurch bekommen die Schüler*innen ein breitgefächertes Wissen der verschiedenen Produktionsverfahren. Diese Kompetenzen werden zusätzlich durch die praktischen Arbeiten in den jeweiligen Ausbildungsbetrieben ergänzt. 

  • Gemüse 

Im Rahmen der Gemüsebauausbildung am LTA werden im Gewächshaus in Ettelbrück und auf den Freilandflächen in Bettendorf diverse Gemüsekulturen angebaut. Auf diese Art können die Schüler*innen den Anbau möglichst vieler Kulturen kennenlernen. Beispielsweise können sie im Gewächshaus sowohl mit Hauptkulturen im Frühjahr/Sommer (Tomaten, Salatgurken etc.) als auch mit Winterkulturen (Feldsalat, Asiasalat etc.) arbeiten. Auch werden hier die Jungpflanzen für die Weiterkultur in Bettendorf herangezogen und anschließend in einem „kalten Tunnel“ abgehärtet, bevor sie ausgepflanzt werden können. 

Auf der Biofläche in Bettendorf werden sowohl Kulturen im Feldgemüsebau (Möhren, Zwiebeln, Kürbis, rote Bete etc.), als auch verschiedene Feingemüsearten (Salate, Fenchel, Erbsen etc.) angebaut.  

 

Die Ernteprodukte werden über verschiedene Absatzwege vermarktet: 

  • Schulgemeinschaft 
  • Restopolis (Kantinen Ettelbruck und Diekirch) 
  • Hotelschule 
  • Kräidergenossenschaft Téi vum Séi 
  • BIOGROS 

  

Bei den Gewächshauskulturen wird Wert auf den vorbeugenden Pflanzenschutz gelegt. Dies geschieht mit strenger Betriebshygiene, Pflanzenstärkungsmitteln, resistenten Sorten und den entsprechenden Kulturmaßnahmen. 

Es werden sehr regelmäßig Nützlinge gegen die Hauptschädlinge Blattläuse, Weiße Fliege, Spinnmilbe, Thrips eingesetzt. 

  • Landwirtschaftliche Bio-Produktion 

 

Die Bioparzelle in Bettendorf (1,8 ha) wurde 2010 umgestellt. Sie wird seit diesem Zeitpunkt biologisch bewirtschaftet und unterliegt einer jährlichen Kontrolle durch den Kontrollverein „Ökologischer Landbau e.V.“ aus Karlsruhe. Die Bioparzelle wird von den Abteilungen Landwirtschaft und Gartenbau des LTA genutzt. Der landwirtschaftlich genutzte Teil wird mit den Schülern im Modul zur Bioumstellung besichtigt und der Ablauf der Kontroll- und Zertifizierungsprozedur der Parzelle mit den offiziellen Unterlagen im Unterricht behandelt. 

 

Fruchtfolge der Bioparzelle Bettendorf 

2010 Kleegras, 1tes Jahr Umstellung 

2011 Kleegras, 2tes Jahr Umstellung 

2012 Kleegras, 3tes Jahr Umstellung 

2013 Sommerweizen, Sorte Taifun (49 dt/ha) 

2014 Wintertriticale, Sorte Tulus (44 dt/ha) mit Weißklee Untersaat 

2015 Sommerhafer, Sorte Flämingsgold (41 dt/ha) 

2016 Luzernegras, Mischung Country Öko 2250 

2017 Luzernegras, Mischung Country Öko 2250 

2018 Luzernegras, Mischung Country Öko 2250   

2019 Winterweizen, Sorte Jularo (58 dt/ha) 

2020 Wintertriticale, Sorte Triskell 

 

 

  • Lokales Saatgut 

 

Vor dem Hintergrund der globalen genetischen Erosion der Nutzpflanzen engagiert sich das LTA in seiner Rolle als innovative, in der Gesellschaft implizierte Bildungseinrichtung. Dieses Bemühen äußert sich seit 2012 durch die Förderung einer lokalen Produktion von Gemüse-Saatgut. 

 

Die Qualität des Saatguts entspricht den Normen des auf dem Markt gehandelten Saatguts mit nennenswerten Kulturergebnissen. Das im LTA geerntete Saatgut wird in der Gemüsesektion eingesetzt sowie im Rahmen von privaten und gemeinschaftlichen Gartenprojekten verteilt. 

Im Rahmen der beruflichen Ausbildung zum Gemüsegärtner wird seit 2012 ein Fachmodul „Samenbau“ in den Ausbildungsgängen DAP-HM, DT-EM und CCP-AH angeboten. Des Weiteren finden im LTA auch öffentliche Seminare und Tagungen statt. Die behandelten Themen beziehen sich dabei auf politische, wirtschaftliche, züchterische, ökologische und arbeitstechnische Aspekte. 

Ab 2021 soll das biologisch zertifizierte Saatgut des LTA, im Rahmen des Interreg-Projekts IMAGINE sowie der neuen Verordnung zur biologischen Produktion in Europa, auch an professionelle Gemüsebauer in Luxemburg vermarktet werden. 

Des Weiteren plant das LTA seine Bildungsarbeit im Bereich Saatgut und Nutzpflanzenvielfalt auszuweiten und auch wissenschaftliche Studien zum Thema anzuregen und zu begleiten.  

Auch die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, Bildungs- und Forschungseinrichtungen in Luxemburg, in der Großregion und auf europäischer Ebene soll ausgebaut werden. In Luxemburg arbeitet das LTA im Saatgutbereich insbesondere mit den Vereinen IBLA und SEED zusammen. Gute Kontakte auf persönlicher Ebene bestehen mit dem CFPPA Courcelles-Chaussy, dem CRA-Wallonie, dem CTH Gembloux und dem INRA Rennes. 

Insgesamt werden momentan in Bettendorf und Ettelbrück über 2,3 ha nach den Richtlinien des Biolandbaus bewirtschaftet. 

 

  • Standort Bettendorf 

Zurzeit bewirtschaftet das LTA etwa 25 ha in Bettendorf. Diese Flächen dienen als praktische Übungsparzellen für die Auszubildenden (u.a. praktische Übungen im Bereich der Bodenbearbeitung, Aussaat, Düngung, Pflanzenschutz und Ernte) und als Versuchs- und Demonstrationsfelder des LTA. Eine dieser Parzellen (1,8 ha) wird im Bereich Landwirtschaft und Gartenbau biologisch bewirtschaftet. 

Zur Erhöhung der Biodiversität wurde 2012 eine Hecke (Länge 250m, Breite 4m) entlang der westlichen Seite der Bioparzelle angepflanzt. Sie dient außerdem zur Abgrenzung der Bio-Parzelle von den konventionellen Parzellen und stellt ein optisch bereicherndes Landschaftselement im flachen Sauertal dar. 

Bioparzelle und Hecke sind ein erster Schritt des LTA zur Steigerung der Agrarökologie und einer Umstellung auf Biolandwirtschaft. Auf diese Weise wollen wir gegen den Biodiversitätsverlust ankämpfen, den Umweltschutz unterstützen und unseren Schülern die praktische Umstellung demonstrieren. 

  • Zertifizierung 

Die Bio-Parzellen des LTAs werden seit 2010 biologisch bewirtschaftet und unterliegen einer jährlichen Kontrolle durch den Kontrollverein „Ökologischer Landbau e.V.“ aus Karlsruhe. Die Umstellung wurde in den Jahren 2010, 2011 und 2012 durchgeführt und mündete in der Zertifizierung des LTA als BIO-Betrieb.  

 

Am 3. Juli 2016 erhielt das LTA den «Bio-Agrar-Preis», einen Förderpreis für Verdienste im Bereich der biologischen Landwirtschaft in Luxemburg. Bei der Preisverleihung, in Anwesenheit zahlreicher Gäste, würdigte Fernand Etgen, Minister für Landwirtschaft, Weinbau und Verbraucherschutz, das Engagement der landwirtschaftlichen Berufsschule die Methoden der biologischen Landwirtschaft in die Lehrpläne der Berufsausbildungen zu integrieren. Seit 2010 wurden landwirtschaftliche Nutzflächen und Gewächshauskulturen auf einer Gesamtfläche von 2,3 ha auf biologischen Landbau umgestellt. Darüber hinaus fördert das LTA Bio-Landwirtschaft und Gartenbau in verschiedenen Projekten. 

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